Hören, was ich will

Webradio und Podcasts sind nichts neues mehr. Jeder kann zur jeder Zeit die Musik und die Infos abrufen, die er hören möchte. Doch ein automatisch zusammengestelltes Programm nach den eigenen Vorlieben inkl. tagesaktueller Berichterstattung, das gab es noch nicht. In diese Lücke stößt myRADIOday. Außerdem haben Radio-Journalisten hier eine einfache Möglichkeit zur Zweitverwertung.

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Jeder kann kostenlos ein Profil mit seinen Lieblingsthemen anlegen und bekommt dann als Stream Nachrichten zu diesen Themen. Das Ganze ist kostenlos, weil Werbespots mit ins Programm gestreut werden. Für 6 Euro im Monat können die Werbespots abgeschaltet werden, das klassische Freemium-Modell. Die Hörer bestimmen das Programm, bzw. welchen Teil davon sie hören möchten. Eine Chance für Nischenthemen, die auf UKW-Mainstream-Wellen keinen Platz finden.

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Gerade Nischenthemen, die im Mainstream-Radio kaum Platz haben, finden diesen auf myRADIOday.

Interessant ist das Modell nicht nur für den Hörer, sondern auch für Radio-Journalisten: Hier können sie Beiträge zweitverwerten oder Beiträge einstellen, für die sie keinen Abnehmer finden, weil sie zu speziell sind. Denn inhaltlich dürfen die Beiträge viele Themen abdecken, sollen einigermaßen aktuell sein und es gibt – vielleicht die größte Freiheit für den Journalisten – keine Beschränkung auf 1:30.

Reich werden kann man mit der Vergütung wohl noch nicht. myRADIOday verspricht auf der Autorenseite: ”Die Möglichkeiten der myRADIOday-Plattform sind lukrativer als die VG-Wort-Ausschüttung oder die Onlinerechte-Vergütungen der meisten Sender.” In einer E-Mail, die zum Start verschickt wurde, heißt es konkret: “Ein Beitrag, der 10.000 Mal geklickt wird, erreicht zum Beispiel eine Ausschüttung von ca. 10 Euro.”

Nun gut, für diese Summe wird niemand Beiträge nur für myRADIOday produzieren, aber wenn sich der Direkt-Vertriebsweg fürs Radio durchsetzt, worauf die Macher hoffen, könnten die Beträge auch höher steigen. Und wenn sich zu einem Thema durch die Hörer eine höhere Nachfrage ergibt, könnten die Macher darauf entsprechend reagieren und passende Beiträge produzieren lassen. Laut einer aktuellen Social Media-Studie gehören Podcasts (und nichts anderes ist das ja technisch) zu den Gewinnertrends in 2013.

Anmerkung: Thomas Becker von myRADIOday machte mich darauf aufmerksam, dass es sich nicht um einen Podcast handelt, weil nur aktuelle Beiträge abgespielt werden (siehe Kommentar). Sorry für den Fehler.

 

Timo Stoppacher

Veröffentlicht von Timo Stoppacher

Journalist, Sachbuchautor und Dozent. Nerd, Geek und vieles mehr. Weitere Profile von mir: @CGNTimo, Facebook (Person), Facebook (Seite) und Google+.

2 Kommentare

  1. Hallo Herr Stoppacher,

    wir finden es sehr nett, dass Sie sich mit unserer Idee auseinandersetzen. Sie haben auch alles ziemlich treffend formuliert. Was die Bezahlung der Autoren betrifft, ist das wirklich nur ein Beispiel, damit man sich die Größenordnung vorstellen kann. Wir streben schon an, Beitragshonorare im üblichen Rahmen zu zahlen und ehrlich gesagt,wollen wir auch ein paar mehr Hörer :-) . Im Moment sind wir dabei, Autoren zu gewinnen, die Lust haben, auf ein Stück Zukunft. Wir sind selbst erfahrene “Freie” und kennen die Honorarproblematik sehr gut.
    Was Ihre Bemerkung zu Podcast betrifft, möchten wir ganz leicht widersprechen. Wir “senden” sozusagen immer aktuell, es gibt kein “Nachhören” oder so etwas, keine “alten” Folgen von irgendwas, sondern Beiträge aus dem Hier und Jetzt. Noch nicht so zahlreich, wie wir uns das wünschen, aber wir sind gerade erst gestartet und bauen das Ganze behutsam auf. Technisch ist es übrigens richtig neu und es liegen zwei Jahre Entwicklung hinter uns.
    Also noch einmal: ein ehrliches Dankeschön für Ihr Interesse, mal gucken, wohin der Weg myradioday in den nächsten Monaten führt.

    Herzliche Grüße aus Thüringen

    Thomas Becker.

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