Karsten Wiedemann: Relativ viel PR in den HuffPo-Blogs

Karsten WiedemannDie Neugier siegte über die Bedenken, also bloggt Karsten Wiedemann bei der Huffington Post. Er ist leitender Redakteur beim Energiewirtschaftsmagazin BIZZ energy today. Die neue Plattform der HuffPo findet er praktisch, um Aufmerksamkeit für das eigene Medium zu erzeugen. Für die Zukunft wünscht er sich mehr redaktionelle Betreuung.

Blogger bei der HuffPo zu werden, das sei denkbar einfach gewesen, sagt Wiedemann. Trotz aller Diskussionen um Knebelverträge und Nichtbezahlung wollte er es einfach einmal ausprobieren. Er verfasste einen kurzen Text zu einem Thema, mit dem er sich als hauptberuflicher Journalist sowieso häufig beschäftige – „natürlich auch mit dem Ziel, ein bisschen Werbung für mein Magazin zu machen“, sagt er. Den Text schickte er an die Redaktion und bekam kurz darauf eine Antwort von einem der Blogredakteure, mit der Bitte um ein Foto und ein paar biografische Angaben.

Einige Tage später folgte eine weitere E-Mail, mit dem Hinweis, dass der Beitrag in den nächsten Tagen online gehe, und der Frage, ob er kurzfristig noch einen Blogtext zu einem anderen Energiethema verfassen könnte. Dazu sei ein Redaktionsschwerpunkt geplant. Dieser Beitrag ging am selben Tag auf der Startseite online. Er erhielt Zugang zum Blog-Account, über den sich Texte einstellen und die Kurzbiografie bearbeiten lassen. „Also alles recht unkompliziert und entspannt“, findet Wiedemann.

Gewundert hat ihn, dass Tippfehler unbemerkt blieben: „Aufgefallen ist mir, dass die eingesandten Text wohl nicht wirklich orthografisch geprüft werden. Bei mir hatten sich nämlich ein paar Fehler eingeschlichen“, erzählt er. Nachträglich bearbeiten lassen sich die einmal veröffentlichten Texte nicht mehr. Dies geht nur über die festangestellten Redakteure. „Das hat aber auch geklappt.“

Derzeit hätten die Blogs ein Problem: „dass doch relativ viel PR dabei ist“. Das ändere sich vielleicht noch mit der Zeit. Laut HuffPo-Geschäftsführer Oliver Eckert gebe es aktuell einen Ansturm von Bloggern, die dort veröffentlich wollen.

Ob er weiter für die HuffPo bloggen wird, muss er noch sehen. „Ausprobieren lohnt sicherlich und ist vielleicht für freie Journalisten ein Weg, ein bisschen Werbung in eigener Sache zu machen. Dafür müsste die HuffPo in Deutschland aber noch an Relevanz und Reichweite gewinnen, was stark von den Inhalten der Seite abhängen wird. Eine gesunde Portion Skepsis dem Ganzen gegenüber schadet sicher auch nicht“, empfiehlt Wiedemann. Der erste Beitrag bei der HuffPo habe jedenfalls noch keinen zusätzlichen Traffic auf sein Magazin gelenkt.

Noch mehr Kritik hat HuffPo-Blogger Klaus Bardenhagen. Nicht noch einmal für die HuffPo schreiben wird Inka Chall. Ein etwas optimistischer gestimmter Bloggern ist Karsten Lohmeyer. Wie es von innen betrachtet bei der HuffPo aussieht, beschreibt Cherno Jobatey.

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