Lohmeyer: Die HuffPo bringt mir Publicity

Karsten LohmeyerKarsten Lohmeyer schreibt für die Huffington Post. Und dort erklärte er auch gleich, warum er das macht. Er sieht in dem Konzept die Speerspitze eines neuen Journalismus, eines Journalismus 3.0, der die nächsten Jahre des ganzen Berufsstandes prägen wird. Deshalb lehnt er es nicht kategorisch ab, auch als Profi ohne Bezahlung zu schreiben. Eine andere Kritik an der HuffPo konnte er ausräumen: via Twitter holte er die Betätigung ein, dass die Blogger die Nutzungsrechte an ihren Beiträgen behalten.

Für die HuffPo zu schreiben, fühlt sich derzeit offenbar noch etwas trocken an. Lohmeyer schickte seinen ersten Beitrag direkt an Chefredakteur Sebastian Matthes. Dann lieferte er noch einen kurzen Text für sein Profil. Und dann wartete er. Schließlich kam am Mittwoch – Tag 7 nach dem Start – eine automatisierte E-Mail vom System, dass der Beitrag veröffentlicht wurde.

Sein Beitrag war an diesem Tag der meistgelesenste Blogbeitrag, mit über 1.300 Aufrufen. Eine Zahl, mit der Lohnmeyer zufrieden ist. „Auch wenn es natürlich immer ein bisschen mehr sein kann“, sagt er. „Solche Zahlen erreiche ich auch mit meinem normalen Blog. Mein meistgelesener Artikel auf LousyPennies.de wurde an einem Tag rund zehntausend Mal abgerufen, um die tausend Seitenabrufe am Tag sind bei uns normal.“

Für den Anfang hält die HuffPo, was sie verspricht, findet er: Sie hat ihm zusätzliche Publicity gebracht. „Ich glaube schon, dass ich einige der Leute erreicht habe, die ich erreichen wollte – das sehe ich an den Feedbacks auf Twitter, Facebook und anderen Blogs“, sagt Lohmeyer.

Für ein Massenmedium ist die Leserzahl zwar noch begrenzt. Aber die Leser kommen auch nicht aus dem Nichts. Er kenne viele Blogs, die sich freuen würden, wenn sie eine solche Leserzahl in einem ganzen Monat erreichen.

Nicht so gut fand Lohmeyer, dass der Beitrag erst am Mittwoch erschien. Er hatte ihn bereits vor dem Start der HuffPo eingereicht. „Ich hätte mir nur gewünscht, dass mein Beitrag gleich zum Start erschienen wäre, dann hätte er sicher auch mehr Leser gehabt.“

Insgesamt ist er gespannt, wie sich die Leserzahlen entwickeln. Bis diese richtig in die Höhe klettern, veröffentlicht er seinen Artikel zusätzlich auch anderswo. Dass dies entgegen vorheriger Sorgen, die Nutzervereinbarungen der HuffPo schließe das aus, doch freigestellt ist, hat er mit der Redaktion via Twitter geklärt. Laut DJV entspricht das ohnehin der Rechtslage: Der Autor kann seinen Beitrag frei verwerten, ebenso die HuffPo.

So richtig als Teil der neuen Zeitung kann sich Lohmeyer noch nicht empfinden. „Aktuell liefert man seinen Text ab und dann erscheint er irgendwann. Wirklich eingebunden fühlt man sich nicht, das könnte aber vor allem daran liegen, dass der Kollege, der die Blogs betreut, vom offensichtlichen Ansturm etwas überlastet ist und sich selbst erstmal einfinden muss“, sagt Lohmeyer. „Angeblich wird ja auch schon weiteres Personal gesucht.“

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